Schlesisches Tagebuch
Liebeserklärungen und andere MerkwürdigkeitenArchiv für Biestrzynnik
Neue Texte
Natürlich habe ich meinen letzten Aufenthalt in Schlesien wiederum genutzt, einige Texte zu schreiben. Wie üblich finden sich diese in der rechten Rubrik „Seiten“. Neu sind:
Der Gang alles Irdischen
Die Aldisierung des Ostens
Zwei Mal Ruhrgebiet
Amtsschreiben
Wer’n mer leben…
Hochzeit der Pilze
Schlesien im Frühherbst
Soeben zurück aus dem bis dahin gar nicht so herbstlichen Schlesien hier ein Link zu einigen neuen Fotos
Biestrzynnik und Umgebung
Eine informative Seite über mein Dorf Biestrzynnik und die nähere Umgebung findet sich hier.
Der Kreis Opole/ Oppeln
Von der Gemeinde Ozimek/ Malapane, zu der auch mein Dorf Biestrzynnik gehört, war hier schon des öfteren die Rede. Sie gehört ihrerseits zu den insgesamt 13 Gemeinden, die der im zentralen Bereich der Wojewodschaft Opole gelegene Kreis Opole umfasst, nämlich Chrzastowice, Dabrowa, Dobrzen Wielki, Komprachcice, Łubniany, Murów, Niemodlin, Ozimek, Popielów, Prószków, Tarnów Opolski, Tulowice und Turawa. Die Fläche des Kreises beträgt 1.587 qkm und macht damit knapp 17% gesamten Woiwodschaftsfläche aus. Sie wird von rund 136.000 Einwohnern bewohnt, das sind etwa 13% der Gesamtbevölkerung der Wojewodschaft.
Außer der Landwirtschaft spielen auch Industrie und Bauwesen eine wesentliche wirtschaftliche Rolle. Die Firmen haben eine strategische Bedeutung für die ganze Region. Der größte Betrieb im Kreis ist das Kraftwerk Elektrownia Opole in der Gemeinde Dobrzen Wielki).
Foto: www.polnord.pl
In meiner Umgebung bei Ozimek und in Osowiec (Gemeinde Turawa) hat sich die Maschinen- und Metallindustrie entwickelt.
Im Bereich der kleinen und mittelständischen Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe gibt es nach meinem subjektiven Empfinden eine besondere Spezialisierung auf das Fenster- und Möbeltischlerhandwerk.
Die Hütte in Ozimek/ Malapane; das Foto stammt von der Firmenseite, die insgesamt mit interessanten Informationen aufwartet.
Fischbratküche abgebrannt
Wer derzeit einen Ausflug zum Lowisko in Biestrzynnik/ Poliwoda plant, sollte sich für das Mittagessen nicht auf den dort sonst angebotenen frisch gebratenen Fisch verlassen. Infolge eines Kurschlusses ist der Küchenpavillon vor etwa zwei Wochen vollständig abgebrannt – das Personal kam mit dem Schrecken davon. Ob und wann ein Wiederaufbau erfolgt, war seinerzeit noch unklar.
Neue Fotos
Von einem knapp dreiwöchigen Aufenthalt in Schlesien zurück, habe ich einige neue Fotos mitgebracht – zu finden sind sie hier.
Geschichtliches über Ozimek
Viele Informationen über die Geschichte von Ozimek finden sich hier
Fischteich in Poliwoda
Eine eher technisch orientierte Informationsseite im Internet hat auch unser Fischteich in Poliwoda. Wer wissen will, welchen Fisch er wie, wann und warum dort fangen kann, findet hier Orientierung.
Kapellen
Obwohl mitunter versteckt, prägen sie die schlesische Landschaft: kleine Kapellen, Orte des Einhaltens und stiller Andacht überall am Wegrand. Irgendwann erzählte mir jemand, dass Teile der russischen Armee sich mangels anderer Orientierungspunkte im zweiten Weltkrieg an ihnen entlang den Weg nach Westen bahnte und dies mit Erfolg, ist doch ihre Zahl überwältigend groß. Ob diese Information stimmt, weiß ich nicht.
Fest steht allerdings, dass es allein in unserer unmittelbaren Umgebung rund um Biestrzynnik zahlreiche Kapellen gibt, von den Heiligenkreuzen einmal ganz abgesehen.
Schlesien in der Malerei
Weil es hier ja um Schlesien geht, sei es erlaubt, auf drei Filme über die Arbeit meiner Frau Mauga zu verweisen, die nicht nur aus Schlesien stammt, sondern in ihrer künstlerischen Arbeit auch immer wieder dorthin zurückfindet.
Oder direkt bei YouTube:
Schlesische Impressionen # 1
Schlesische Impressionen # 2
Painting silesian landscapes
Schlesische Ortsliste
Eine vollständige (?) schlesische Ortsliste, abrufbar nach deutschen und polnischen Namen, findet sich hier.
Fotogalerie
Einige meiner Fotografien aus Schlesien sind – neben anderen – nun auch in einer Galerie bei Picasa zu betrachten. Viel Spaß dabei!
Ozimek
Mein Dorf Biestrzynnik gehört – ebenso wie die Ortschaften Antoniów (Antonia), Chobie, Dylaki (Dylocken, 1936–45: Thielsdorf), Grodziec (Friedrichsgrätz), Krasiejów (Krascheow, 1936–45: Schönhorst), Krzyżowa Dolina (Kreuzthal), Mnichus, Schodnia (Alt Ostdorf, bis 1914 Alt Schodnia), Nowa Schodnia (Neu Ostdorf, bis 1914 Neu Schodnia) und Szczedrzyk (Sczedrzik, 1934–45 Hitlersee) – verwaltungstechnisch der Großgemeinde Ozimek (dt. Malapane) an. Ozimek ist eine, rund 20 km östlich von Oppeln am Fluss Malapane gelegene Stadt mit inzwischen 10.166 Einwohnern und einer Fläche von 3,25 km². Fünf Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich der Turawa-Stausee. Das Gebiet der Großgemeinde, d.h. inklusive aller Ortschaften ist natürlich sehr viel größer: Es umfasst 126,5 km², auf denen 21.536 Menschen leben.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts befanden sich auf dem heutigen Stadtgebiet dichte Wälder. Daran hat sich rund um die Stadt auch bis heute nicht sehr viel geändert. Nachdem an der Malapane große Raseneisenerzlager (das sind Sedimentfraktionen mit besonders hohem Eisengehalt) entdeckt wurden, erfolgte in den Jahren 1753/54 auf Befehl König Friedrichs II. von Preußen der Bau von zwei Hochöfen am Fluss.
Zusammen mit den Frischherden in Krasiejów (dt. Krascheow), Jedlice und Debska Kuznia (dt. Dembiohammer), in denen das Roheisen von unerwünschten Begleitstoffen befreit wird, entstand aus diesen Hochöfen die erste staatliche Eisenhütte in Oberschlesien, das Eisenhüttenwerk Malapane. Ab 1780 wurde der Ort Sitz eines königlichen Hüttenamtes.
Die Hüttenleute wurden aus den westlichen Provinzen Preußens angeworben, für sie wurde die Kolonie Hüttendorf (heute ulica Wyzwolenia) errichtet. Den Bau der Kolonie, der 1762 begann, leitete der Oberforstmeister Johann Georg Rhedanz, unter dessen Regie auch schon der Bau des Hüttenwerkes erfolgt war.
Die Produktion von gusseisernen Geschützen in Preußen begann 1783 in Malapane. 1789 wurde auf dem Werk die Anwendung von Koks für den Schmelzprozess anstelle der bis dahin üblichen Holzkohle eingeführt. Die erste Dampfmaschine errichtete der aus Ellrich im Harz stammende August Friedrich Holzhausen im Jahre 1794. Die erste gusseiserne Brücke Deutschlands, die später führte in Laasan, einem Ortsteil von Jena über das Striegauer Wasser führte, wurde 1796 hier gegossen.
1801 entstand in Malapane ein Denkmal für den 1765 verstorbenen Oberforstmeister Rhedanz nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Auch die 1819 errichtete evangelische Kirche stammt von Schinkel.
Neben der Kanonengießerei war Malapane auch für seinen Kunstguss bekannt. Beispiele dafür sind der 23 m hohe und 12,5 Tonnen schwere Obelisk von Ullersdorf (pl. Oldrzychowice Klodzkie) aus dem Jahre 1802 oder auch die Kettenbrücke in Malapane von 1827, die erste Hängebrücke in Europa. Gebaut wurde sie nach den Plänen des Machineninspektors Schottelius. Diente sie bis 1938 noch dem allgemeinen Verkehr auf der Strecke Ozimek-Zawadzkie, ist sie heutzutage als Fussgängerbrücke auf dem Gebiet der Hütte nach wie vor in täglichem Gebrauch.
Mit dem Entstehen des industriellen Zentrums Oberschlesien wurde Malapane zu einem der größten Stahlproduzenten Schlesiens. Der Eisenguss wurde eingestellt, weil die Raseneisenerzlagerstätten in der Umgebung abgebaut waren.
1944 gehörte das Hütten- und Edelstahlwerk Malapane zu den Vereinigten Oberschlesischen Hüttenwerken AG und beschäftigte ca. 3.000 Arbeitskräfte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt der Ort den Namen Ozimek. Namenspatron war ein Müller, dessen Mühle vor der Errichtung des Hüttenwerks an der Malapane stand.
Das Werk wurde nach dem Krieg als Hüttenkombinat Mala Panew wieder aufgebaut und beschäftigte um 1975 ca. 7.000 Menschen. Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Polen und der Öffnung zu den internationalen Märkten musste die Hütte in Ozimek im Jahre 1989 die Produktion nahezu einstellen, da sie der Konkurrenz auf dem Stahlmarkt nicht gewachsen war. Damit ging eine fast 250-jährige Tradition der Eisen- und Stahlproduktion in Malapane dem Ende zu; aktuell sind nurmehr wenige hundert Menschen dort tätig.
Seither entwickelt sich Ozimek zu einem Erholungsort am Turawa-Stausee, an dessen Ufern einige Ortschaften der Gemeinde liegen. Ozimek war seit 1954 eine städtische Siedlung und erhielt im Jahre 1962 Stadtrecht.
Hier die rasante;-) Bevölkerungsentwicklung von Ozimek:
1885: 185 Einwohner / 1925: 1.131 / 1939: 3.998 / 1957: 3.500 / 1961: 3.698 / 1971: 5.000 / 2004: 9.833 / 2005: 9.732 / 2006: 10.166
Neben seiner industriellen Tradition hat allerdings auch Ozimek einige kulturelle Blüten hervorgebracht: Hier geboren z.B. wurde im Jahre 1942 der Schriftsteller Gerd-Peter Eigner, der allerdings nach erfolgreicher Fucht schon im Jahre 1949 gemeinsam mit der Mutter eine neue Heimat in Wilhelmshaven fand. In seinen erzählerischen Werken spielen Selbstreflexion und Selbstanalyse problematischer Charaktere eine bedeutende Rolle. Gerd-Peter Eigner, der von 1972 bis 1986 dem Verband Deutscher Schriftsteller angehörte und Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland ist, erhielt neben diversen Stipendien u.a. folgende Auszeichnungen: 1978 den Hörspielpreis des Österreichischen Rundfunks und den Kulturpreis der Stadt Bocholt, 1979 ein Villa-Massimo-Stipendium, 1982 das Stadtschreiberamt von Burg Kniphausen bei Wilhelmshaven, 1983 den Förderpreis zum Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen sowie 2005 die Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.
Beim Fleischer
Die beste Wurst weit und breit gab es bei unserem Fleischer in Biestrzynnik. Leider ist er inzwischen in Rente gegangen und ließ uns mit den auch in Polen zunehmend fragwürdigen Massenerzeugnissen allein.
Alte Postkarten
Quelle: Eine Sammlung mit alten Postkarten aus dem Kreis Oppeln
Die Saurier des Franz Gruß
So klein und unbedeutend mein Dorf auch sein mag: Ab und zu sind dann doch Menschen von dort auf die Bühne der großen Welt getreten und haben Aufsehen erregt. Franz Gruß, am 29.1.1931 in Ringwalde, dem heutigen Biestrzynnik geboren, ist so ein Mensch.
Mit 12 Jahren entdeckte er das Malen und Zeichen sowie das Modellieren für sich. Nach dem Krieg ließ er sich mit seiner vertriebenen Familie in Großwelka bei Bautzen nieder und begann eine Ausbildung zum Dekorationsmaler. Späterhin absolvierte er Lehrgänge an der Abendschule und vollendete dann seine Ausbildung als Bildhauer bei Rudoplh Enderlein.
In den späteren 1970er Jahren entedckte er schließlich seine eigentliche Passion: Das Modellieren von urzeitlichen Tieren. Seine Arbeiten wurden schnell in der Region bekannt und sorgten bald für größeres Aufsehen.
So entstanden der Saurierpark in Kleinwelka sowie der Sauriergarten in Sebnitz.
Für seine außergewöhnlichen Leistungen erhielt Franz Gruß 1996 das Bundesverdienstkreuz.
Turawa
Informationen über unsere Nachbargemeinde Turawa (www.turawa.pl), bis vor kurzem ein touristisches Zentrum rund um den Turawa-Stausee. Leider haben Sorglosigkeit und sicher auch die finanziellen Probleme der Kommune in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass der See ganz allmählich umkippt. Ein Aufenthalt dort war letztes Jahr mit erheblichen Geruchsbelästigungen verbunden, die den eigentlich möglichen Badespaß ebenso einschränkten wie die vielen Wassersportmöglichkeiten. Schade, wenn die Verantwortlichen nicht langsam wach würden…





























