Schlesisches Tagebuch
Liebeserklärungen und andere MerkwürdigkeitenArchiv für August, 2007
Riesengebirge
Wenn wir auf Gerhart Hauptmanns Spuren vor kurzem nach Jelenia Gora (Hirschberg) in dessen Residenz im Riesengebirge vorgedrungen sind, soll nicht Ewas folgender Hinweis auf eine informative Touristikseite über das Riesengebirge insgesamt, eine landschaftlich wie kulturell wirklich lohnende Region, fehlen:
Städtisches Museum der Stadt Jelenia Góra „Gerhart-Hauptmann-Haus“
Schon im Mai 2005 hat die Stadt Jelenia Gora in der ehemaligen Residenz des schlesischen Dichters Gerhart Hauptmann zu seinem Gedenken ein Museum eröffnet. Es befindet sich in der Villa Wiesenstein in Jagništków (ehm. Agnetendorf), wo der bekannte deutsche Schriftsteller, der im Jahre 1912 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, von 1901 bis 1946 lebte.
Massiv und einer Burg ähnlich wurde das Haus im Stil einer Neorenaissance-Villa in den Jahren 1900-1901 von dem Berliner Architekten Hans Grisebach (1848-1904) erbaut. Die auf Granitfelsen gebaute Villa Wiesenstein ist umgeben von einer natürlichen, 1,6 ha großen Parkanlage. Sie wurde als Aussichtsvilla gebaut, von der man eine gute Aussicht auf den Kamm des Riesengebirges hat.
Diese Villa wurde Hauptmanns Residenz, in der Einsamkeit des Riesengebirges, seine Zuflucht zwischen längeren Aufenthalten auf Hiddensee und Italien. Fast ein halbes Jahrhundert lang war das Haus für den Schriftsteller eine Art Refugium, ein Ort des Rückzugs und der Erholung, aber auch ein Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens für viele Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler aus der Umgebung, aber auch aus Berlin und anderen Orten.
Die Villa war auch ein Platz, der auch durch wertvolle Kunstsammlungen berühmt wurde. Nach dem Tod Gerhart Hauptmanns am 6. Juni 1946 konkurrierten mehrere Konzepte zur weiteren Nutzung des Hauses. Schließlich wurde es zum Kindererholungsheim „Warszawianka“ umfunktioniert und diente bis 1997 Kindern und Jugendlichen als Ferienlager.
Schon früher allerdings, unmittelbar nach der politischen Wende in Polen im November 1989, fassten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der polnische Regierungschef Tadeusz Mazowiecki den Entschluß, das frühere Wohnhaus Gerhart Hauptmanns zu einem dem Nobelpreisträger gewidmeten Museum umzugestalten.
Nach der Renovierung des Hauses, die von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit weitgehend finanziert wurde, konnte am 1. September 2001 das Gerhart-Hauptmann-Haus als eine neue Kultureinrichtung der Stadt Jelenia Góra durch Vertreter der polnischen und deutschen Regierungen eröffnet werden.
Das Museum soll dazu dienen, das kulturelle Erbe des niederschlesischen Gebiets zu fördern und zu pflegen. Das begründet sich aus dem Statut des Museums und realisiert die mit Museumsarbeit verbundenen Tätigkeiten wie das Sammeln, Bewahren und Erschließen der Literatur Gerhart Hauptmanns sowie schlesischer Literatur und Geschichte für die wissenschaftliche Bildung und Forschung.
In diesem Rahmen werden internationale Workshops, wissenschaftliche Konferenzen und Symposien mit literarischem, kulturellem und historischem Charakter und auch andere kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Vorlesungen und Autorenabende organisiert.
Diese Aktivitäten des Museums werden bereichert und unterstützt durch eine Bibliothek mit einem Leserraum, wo sich zwischen interessanten Exemplaren Hauptmann’scher Literatur auch ausgewählte deutsche und vor allem schlesische Literatur befindet. Die Bibliothek besitzt auch wertvolle Erstausgaben der Werke Gerhart Hauptmanns, verschiedene Fotos, Archivmaterial, umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten, Studien und Monographien zu Gerhart Hauptmann und seinem Werk.
Der Öffentlichkeit zugänglich sind fünf Ausstellungssäle, die mit der Darstellung von Gerhart Hauptmanns Leben und Werk verbunden sind. Zu besichtigen sind das untere Arbeitszimmer des Autors, seine ehemalige Bibliothek, der Musiksalon, das frühere Speisezimmer und die 1922 von J. M. Avenarius (1887-1954) mit Fresken ausgemalte Eingangshalle, die so genannte „Paradies-Halle“.
Auf diese Räume verteilt ist die Tafelausstellung „100 Jahre Haus Wiesenstein“, in der verschiedene Aspekte des Lebens von Gerhart Hauptmann, der sehr stark mit der Region Niederschlesien verbunden war, beleuchtet werden. Ebenso wird auf die Geschichte der Villa Wiesenstein eingegangen. Im ehemaligen Speisesaal kann die Multimedia-Show „Im Wirbel der Geschichte“ besucht werden, in deren Rahmen die Besucher auch einige kürzere Dokumentarfilmausschnitte ansehen und Gerhart Hauptmann hören können, der eigene Texte liest. Die Lieblingsmusik Gerhart Haupmanns begleitet die Besucher durch die Ausstellungsräume.
Im ehemaligen Musiksalon bzw. im Kaminzimmer präsentiert das Museum seine Sonderausstellungen, die thematisch mit der Darstellung Gerhart Hauptmanns oder mit der Geschichte der Region verbunden sind.
Zur Museumsseite:
http://www.muzeum-dgh.pl/deu/muzeum.html
Öffnungszeiten:
Sommersaison (1. Mai bis 30. September): von Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 17.00 Uhr. Montags geschlossen.
Wintersaison (1. Oktober bis 30. April): von Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 16.00 Uhr. Montags geschlossen.
Polnisch-deutsches Wörterbuch
Ein wirklich sehr nützlicher Link für Leute wie mich: ein polnisch-deutsches Online-Wörterbuch
http://www.dep.pl/plde
Franken und Schlesier
Über die engen historischen Verbindungen zwischen Franken und Schlesien unterrichtet dieser Beitrag.
Grafschaft Glatz
Zufällig bin ich auf ein sehr umfangreiches und wirklich informatives Internet-Projekt über die niederschlesische Grafschaft Glatz (Klodzko) gestoßen. Ein Besuch lohnt sich und wird möglich mit einem Klick hier.
Einige Informationen schon an dieser Stelle:
Das Glatzer Bergland mit der Stadt Glatz als Zentrum bildet den südlichsten Zipfel der polnischen Sudeten: ein 300-400 m hohes Hügelland, dessen höchster Punkt der 1425 m hohe Snieznik (Glatzer Schneeberg) ist.
Rund um Glatz gibt es die größten Mineral- und Heilwasservorkommen Polens – fünf Kurorte liegen in allernächster Umgebung: Richtung Westen kurz hintereinander Polanica Zdrój, Duszniki Zdrój (Bad Reinerz) und Kudowa Zdrój (Bad Kudowa).
Polanicas Stolz im Frühsommer ist das Blütenmeer aus Rhododendren und Azaleen. Duszniki rühmt sich seines alljährlich in der ersten Augusthälfte stattfindenden Chopin-Festivals.
Kudowa schließlich ruft mit seinen schönen Parkanlagen und den repräsentativen Villen aus dem 19. Jh. die einstige aristokratische Atmosphäre wach. Seit 2002 verfügt der Ort über eine besondere Attraktion: ein Hallenbad mit Aquapark, Sauna und Riesenrutsche.
Informationen: Polanica Zdrój, ul. Zdrojowa 13, Tel. 074/ 868 24 44, info@polanica.pl.
Duszniki Zdrój, Rynek 9, Tel. 074/ 866 94 13. Kudowa Zdrój, ul. Zdrojowa 44, Tel. 074/866 13 87.
Weitere Informationen über das Glatzer Bergland auch hier
Gelobtes Land oder verfluchtes – Die Rolle der Kunst in Oberschlesien
Ein hoch interessantes Gespräch über die Rolle der Kunst in Oberschlesien fand am 26.6.2006, organisiert von der Galerie „Kronika“ im Bytomer Jazz-Club „Fantom“ statt. Ein aus dem Polnischen übersetzter Auszug aus der Podiumsdiskussion ist als PDF-Dokument hier abzurufen.
Museum Gleiwitz/ Gliwice
Zu den ältesten Museen in Oberschlesien gehört zweifellos das Gleiwitzer Museum, das im Jahre 1905 als „Oberschlesisches Museum“ gegründet wurde, seit 1945 aber den Namen Museum in Gleiwitz (Muzeum w Gliwicach) trägt.
Es verfügt über umfangreiche Sammlungen aus den Bereichen Archäologie, Geschichte, Ethnografie, Kunst und Kunstgewerbe, die auch in Dauerausstellungen zu sehen sind.
Davon besonders hervorzuheben ist vielleicht die landeskundliche Ausstellung über Wohnen und Arbeiten der einheimischen Bevölkerung im jetzigen Kreis Gliwice. Sie umfaßt den Zeitraum vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung wird begleitet von Fotografien aus den Jahren 1914 – 1930. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
Neben den Dauerausstellungen laufen derzeit noch zwei interessante Sonderschauen:
„Blutkreislauf“ im Garten der Villa Caro / noch bis zum 31.08.2007
Eine Ausstelung der gegenwärtigen Keramikskulpturen von Michal Puszczynski, der sich mit Keramikbrennen mit Holzanwendung nach traditioneller, fernöstlicher Art beschäftigt. Puszczynski ist Mitglied der internationalen Gruppe „Naori Tongkama”.
„Eisenkunstguss: Gliwice – Berlin – Sayn“ / noch bis zum 16.09.2007
Erstmalig in Polen werden ca. 500 Eisenkunstgüsse aus den nicht mehr tätigen königlich-preußischen Eisengießereien Gleiwitz, Berlin und Sayn präsentiert.
Mehr Informationen finden sich hier.
Zur Geschichte des evangelischen Kirchenbaus in Schlesien
Einen umfassenden Abriss über die Geschichte des evangelischen Kirchenbaus in Schlesien bietet ein Aufsatz von Ulrich Hutter-Wolandt, der hier zu finden ist.
Biestrzynnik und Umgebung
Eine informative Seite über mein Dorf Biestrzynnik und die nähere Umgebung findet sich hier.
Kirchen in der Kunst
Sehr ausdrucksstarke Zeichnungen schlesischer Kirchen präsentiert der Künstler Krzysztof Kopec auf seiner Homepage.
Reklama
Wer sagt eigentlich, dass hier nicht auch ein wenig Werbung erlaubt wäre, erst recht dann, wenn es dem guten Zweck dient wie z.B. dem leiblichen Wohl. Auch wenn dies vornehmlich für Krefelder von Interesse sein dürfte, sei deshalb verwiesen auf Homepage und Shop (!) unserer hiesigen schlesischen Fleischerei Kocjan.
Sollte jemandem während seines Aufenthaltes im Raum Ozimek das Auto Zicken machen, empfehle ich sofortige Kontaktaufnahme mit meinem Nachbarn und Freund Roland Mrochen: sachkundige und schnelle Reparaturen aller Art und an allen Typen, Karosserie- und Lackarbeiten (Blacharstwo i Lakiernictwo), Pannenhilfe sowie neuerdings auch eine kleine Autovermietung (zu Verfügung stehen drei VW-Passat) – all das zu finden in Biestrzynnik/ Dylaki (Kreis Ozimek), Dobrodzienska 21, Mobiltelefon: 0048-06010-62826, e-Mail: roland4@tlen.pl






