Schlesisches Tagebuch

Liebeserklärungen und andere Merkwürdigkeiten

Archiv für April, 2007

Kattowitz

Dieses Bild schickte Ewa mit folgendem Kommentar:

I am sending you a picture from Katowice taken by our friend, Janusz Stobinski from his balcony on the fifth floor in Piotrowice (which is a southern part of Katowice) – a very Silesian landscape with fragments of church and a coalmine at sunset. I hope you will like it! Here is Janusz’ s website:

http://jjsgraphic.republika.pl/index%204.htm

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Biestrzynnik im Herbst

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Der alte Mann und der See

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Besuch am See

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Komm rein…

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Einladung zum Kirchgang - Am Eingangsportal der Kirche zu Klucz

Umbenannte Städte

In ihrem Kommentar zum Text „Guttentag, Bergmann Hindenburg“ (s. unter Seiten), der u.a. die z.T. politisch motivierte Umbenennung von Städten thematisiert (Chemnitz, vormals Karl-Marx-Stadt/ St. Petersburg, vormals Leningrad) weist Johanna darauf hin, dass Kattowitz zwischen 1953 und 1956 Stalinograd hieß; fünf Jahre später übrigens wurden zwei weitere nach Stalin benannte Städte umbenannt: das russische Stalingrad, seither Wolgograd und das heutige Eisenhüttenstadt, das bis 1961 ebenfalls Stalinstadt hieß.

Um dieses Thema ein wenig weiter zu führen, hier spontan einige weitere Städte, die von Umbenennungen betroffen waren:

Ho-Chi-Minh-Stadt, bis zur Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam Saigon

Twer, eine russische Stadt im Föderationskreis Zentralrussland, von 1931-1990 Kalinin

Königsberg, seit 1945 Kaliningrad

Simbirsk, das als Geburtsort von Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin) 1924 in Uljanowsk umbenannt wurde (Partnerstadt von Krefeld)

Nizhnij Nowgorod, 1932 zu Ehren des Dichters Maxim Gorki allerdings gegen dessen Willen in Gorki umbenannt, bekam 1990 seinen alten Namen wieder

Nowonikolajewsk, benannt nach dem letzten Zaren, seit 1924 Nowosibirsk

Eine informative Seite über Kattowitz findet sich übrigens im Internetauftritt der Stadt Köln, die ja eine Partnerschaft mit der oberschlesischen Metropole pflegt.

Kattowitz selbst präsentiert sich auf Deutsch hier

Auskunft über die deutsch-polnischen Namensentsprechungen im Kreis Oppeln findet sich hier

Beim Fleischer

Die beste Wurst weit und breit gab es bei unserem Fleischer in Biestrzynnik. Leider ist er inzwischen in Rente gegangen und ließ uns mit den auch in Polen zunehmend fragwürdigen Massenerzeugnissen allein.

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Haus am See

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Waschtag

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Mehr von Ewa

Literatur in Schlesien

Vielleicht nicht so bekannt ist, dass Schlesien seit dem 17. Jahrhundert ein literarisches Zentrum an der Oder bildete. Bis 1945 galt es als ein „Land der 666 Dichter (Rochus von Liliencron): „Bin ich ein Schlesier, bin ich ein Poet“, hieß es schon in einem geflügelten Wort am Ende des 16. Jahrhundert. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts lag hier die wichtigste Landschaft des deutschen Literaturbarocks.

Informationen über die herausragenden Köpfe des schlesische Barocks wie Andreas Gryphius, Christian Hofmann von Hofmannswaldau, Quirinus Kuhlmann, Johannes Scheffler (Angelus Silesius), Martin Opitz, Friedrich von Logau, Daniel Caspar von Lohenstein, Johann Christian Günther, auch aber über den Romantiker Joseph Freiherr von Eichendorff, über Gerhart Hauptmann und einige zeitgenössische Autoren wie Heinz Bienek und Leonie Ossowski finden sich hier.

Eine Dissertation über neuere schlesische Literatur:

Kirsti Dubeck: Heimat Schlesien nach 1945
Eine Analyse deutscher, polnischer und tschechischer Prosatexte
Hamburg 2003, 568 Seiten
ISBN-13: 978-3-8300-1011-1, ISBN-10: 3-8300-1011-7

Angler

Der Angelverein von Biestrzynnik

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Ausstellung auf Zeche Zollern

Noch bis zum Mai: Ein Sonderausstellung auf der Zeche Zollern in Dortmund Bövinghoven zum Thema „Deutsch-polnische Beziehungem im Lichter der Ansichtskarte“ – mit hübschen historischen Postkarten.

Hier gibt’s Infos:

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Rund um’s Dorf

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Ewa Parma

Website der polnischen Lyrikerin Ewa Parma, die sich in verschiedenen Werken auch mit den Bildern meiner Frau auseinandergesetzt hat.

http://www.parnas.pl/index.php?co=talenty&id=39

Ein Beispiel:

Mauga. Dziewczynka, która połknęła ogień

Błogosławieni ci, którzy na wzór salamandry, co wchodzi do pieca ognistego, im bardziej on płonie tym bardziej wpełza do pieca.

(„Świadectwo prawdy“,tekst gnostyczny)

Z dzieciństwa pamiętam tylko
sadze na parapetach
i wiecznie zasnute dymem
niebo nad Katowicami
Kochałam się wtedy w połykaczach ognia:
z zachwytem otwierałam buzię,
a gdy płomień ginął w ich ustach
łykałam go razem z nimi
Wieczorami przypalałam sobie palce,
nos i koniuszki warkoczy,
które przypominały małe
osmalone pędzelki,
lecz ogień mnie nie słuchał
Wtedy rzuciłam cyrk,
wzięłam do ręki pędzel
i zamieniłam go w płomień,
co sam sunie po płótnach
jak pożar w tropikalnym lesie
i rozlewa amarantową łunę
aż po horyzont
Postanowiłam: letnie będą
moje sukienki i ogród,
ale nie moje życie
Odtąd mój dom stoi w wiecznym ogniu,
a ja do niego wchodzę
codziennie z torbami zakupów
jak salamandra
do płonącego pieca

Katowice, 5.04.2006

Den Versuch einer den Originaltext nicht allzu verhunzenden Übersetzung haben Johanna Kern und ich unternommen:

Mauga. Das Mädchen, das Feuer geschluckt hat

Aus der Kindheit erinnere ich mich nur
an den Ruß auf den Fensterbänken,
den Himmel über Katowice
in ewigen Rauch eingehüllt.

Ich war damals in Feuerschlucker verliebt:
mit Begeisterung öffnete ich meinen Mund,
wenn die Flammen in ihren Mündern verschwanden,
schluckte sie mit ihnen zusammen.

Abends hatte ich mir die Finger verbrannt,
die Nase und die Zopfspitzen,
sie waren wie abgesengte Pinselchen.
Das Feuer aber war mir nie gehorsam.

Da habe ich auf den Zirkus verzichtet,
habe mit Pinsel in der Hand das Feuer verwandelt,
das Feuer, das von alleine über die Leinwand gleitet
wie amarantrote Flammen im Tropenwald,
ein Feuerschein, vergossen bis zum Horizont.

Ich habe mich entschieden:
sommerlich warm werden meine Kleider und mein Garten,
sommerlich heiß aber mein Leben.
Seitdem steht mein Haus im ewigen Feuer
und ich gehe hinein
wie ein Salamander
in den brennenden Ofen.

Das ganze dann noch in einer schlesischen Variante:

Mauga.Frelka, co połkła fojerka

Błogosławieni ci, co choby salamandra
wlazują do gorkigo piecyka,
a im feścij sie tam poli,
tym gibcij sie tam cisnom.

Za berbecia spamiętałach ino
czorne fleki łod sadzy
na fynsterbrecie
i kupa dymu durch nad familokami
Pszołach wtedy cyrkowcom,
co fojer łykali bez szwanku -
łotwierałach ta mało japka,
co by se łyknąć razem z nimi,
a w doma po ćmoku
parziłach se paluchy,kinol
i końce warkoczków,
co pomału zaczły wyglondać
choby łosmolone pyndzelki -
inośki tyn pieroński gizd łogiyń
był blank nieusłuchliwy!
Tak żech ciepła tym geszeftem,
wziynach se pyndzelek
i przełonaczylach go tak,
że som leci po płótnie
choby fajera w lesie
i rozlywo sie choby czerwone
pryngi na rzyci po tatowych lyjtach
Takoch se pedziała: letnie
to mogom byc babskie kiecki,
ale nie piwo i mój żywot
Łod tego czasu moja chałupa
durch stoi w łogniu:
chłop leży se na szezlongu,
a jo sie wkrodom z torbami
z C&A i z Aldika
choby salamandra
do gorkigo piecyka…

Alte Postkarten

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Quelle: Eine Sammlung mit alten Postkarten aus dem Kreis Oppeln

http://www.vogel-soya.de/bilder/oppeln.html

Die Saurier des Franz Gruß

So klein und unbedeutend mein Dorf auch sein mag: Ab und zu sind dann doch Menschen von dort auf die Bühne der großen Welt getreten und haben Aufsehen erregt. Franz Gruß, am 29.1.1931 in Ringwalde, dem heutigen Biestrzynnik geboren, ist so ein Mensch.

Mit 12 Jahren entdeckte er das Malen und Zeichen sowie das Modellieren für sich. Nach dem Krieg ließ er sich mit seiner vertriebenen Familie in Großwelka bei Bautzen nieder und begann eine Ausbildung zum Dekorationsmaler. Späterhin absolvierte er Lehrgänge an der Abendschule und vollendete dann seine Ausbildung als Bildhauer bei Rudoplh Enderlein.

In den späteren 1970er Jahren entedckte er schließlich seine eigentliche Passion: Das Modellieren von urzeitlichen Tieren. Seine Arbeiten wurden schnell in der Region bekannt und sorgten bald für größeres Aufsehen.

So entstanden der Saurierpark in Kleinwelka sowie der Sauriergarten in Sebnitz.

Für seine außergewöhnlichen Leistungen erhielt Franz Gruß 1996 das Bundesverdienstkreuz.

Turawa

Informationen über unsere Nachbargemeinde Turawa (www.turawa.pl), bis vor kurzem ein touristisches Zentrum rund um den Turawa-Stausee. Leider haben Sorglosigkeit und sicher auch die finanziellen Probleme der Kommune in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass der See ganz allmählich umkippt. Ein Aufenthalt dort war letztes Jahr mit erheblichen Geruchsbelästigungen verbunden, die den eigentlich möglichen Badespaß ebenso einschränkten wie die vielen Wassersportmöglichkeiten. Schade, wenn die Verantwortlichen nicht langsam wach würden…

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Kunst und Wohnen

Agrotouristikbauernhof „Uroczysko“ Iwona i Jan Wajrach
ul. Ozimska 75, 46-040 Dylaki
tel. (0..77) 420 01 87;
Mobil: (0) 605 625 615

Der Bauernhof liegt direkt am Waldrand, 3 Zimmer mit Bad, Übernachtung ab 20 zł., Verpflegungsmöglichkeit, Fahrräder zur verfügung, Radwege, Entfernungen: Turawa-See 3 km, der See in Biestrzynnik 2 km, Fischteich in „Poliwoda“ 2 km, Pferdegestüt 2 km, Weg der holzernen Kirchen 2 km, Dinosaurier in Krasiejów 10 km.
Der Besitzer ist ein Bildhauer- Es besteht die möglichkeit des Kennenlernen der Holzschnitzerei – wir organisieren Schnitz- und Malplenaire

Dobrodzienska

Der Weg nach Hause: Die „Guten-Tag-Straße“ Dobrodzienska.

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Vom All aus

Biestrzynnik vom Satelliten aus - glücklicherweise nicht in einer Auflösung, die es erlaubte, uns ins unaufgeräumte Wohnzimmer zu schauen:

wikimapia.org

Tatütata

Die Einsatzliste der Feuerwehr Antoniow:

http://www.osp-antoniow.prv.pl/de/kalendarium.html

Kiesgrube in Biestrzynnik

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Ein Foto aus den sechziger Jahren.

Quelle: http://wroclaw.hydral.com.pl/150913,foto.html

Der Kiesabbau ist längst Vergangenheit. Geblieben sind davon zahlreiche Seen, die immer mehr Touristen zum Angel- und Badespaß anlocken.

Wege

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Mein Dorf

Kaum zu glauben – mein Dorf ist im Netz: Biestrzynnik, das zwischendurch mal Ringwalde hieß…

http://www.ozimek.pl/biestrzynnik/index.php

http://pl.wikipedia.org/wiki/Biestrzynnik

Einige Fotos aus alter Zeit:

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Quelle: http://www.ozimek.pl/noty/index.php?menu=biestrzynnik

Flucht und Vertreibung

Natürlich ist nicht das Thema an sich ein Ärgernis, sondern viel zu oft die zumindest in weiten Kreisen der Landsmannschaften und Vertriebenenverbände benutzte einschlägige und vorhersehbare Argumentationskette, der bei Bedarf immer wieder einzelne Glieder fehlen.

Eine Reflektion dieses Themas, die den historischen Kontext vorsätzlich ausblendet, die zudem nicht selten kulturchauvinistisch geprägt ist, führt ebenso wenig nach vorn wie der völlig indiskutable, nichts anderes als fragwürdige Klischees transportierende ARD-Zweiteiler „Die Flucht“ im Rosamunde-Pilcher-Stil. (Vgl dazu z.B. den Spiegel oder die SZ) Eine sachliche und halbwegs objektive Aufarbeitung, die individuelles menschliches Leid natürlich nicht außer Acht lassen kann, wird so jedenfalls nicht gelingen.

Wenn zudem seitens der offiziellen Verbände, an erster Stelle durch die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, keine Gelegenheit ausgelassen wird, die polnische Seite zu diskreditieren und wie jüngst etwa als neurotische Nazis zu beschimpfen, stellt sich die Frage, wer hier eigentlich neurotisch ist und ob überhaupt ein vermittelndes Interesse an einer historischen Verständigung besteht.

Was denn nun…?

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Polnisches Küchenlatein?

Zum Thema

Wovon wir hier reden…

http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschlesien

Und Stimmen, die wir hier nicht haben wollen…, z.B.

http://www.deutscherosten.de

Baum am Wegrand

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Willkommen

Um es gleich vorweg zu sagen: Von Haus aus bin ich kein Schlesier. Doch ich habe mich vor inzwischen schon vielen Jahren hoffnungslos in Land und Leute verliebt. Dies ist umso bedeutsamer als mich das bis heute nicht verstummte landsmannschaftliche Getöse nicht nur immer wieder abschreckt, sondern schlicht entsetzt. Aber es geht auch nicht um jene, die mittlerweile in mindestens zweiter Generation hier Fuß gefasst haben und dennoch nicht nachlassen wollen, in oftmals völlig undifferenzierter Weise Geschichte zu klittern.

Es geht um Schlesien, eine Region, auf das die rückwärts Gewandten keinen Alleinanspruch haben, ein Land, das weder den polnischen noch deutschen Rechten überlassen bleiben darf. Schlesien hat nicht nur eine Vergangenheit, es hat auch eine Zukunft. Wie diese aussieht, wird davon abhängen, wie wir dem Land und seinen liebenswerten Menschen begegnen, kurzum: Schlesien muss auch und vor allem von den vorwärts Gerichteten entdeckt und kennengelernt werden. Nur so wird es eine wichtige Rolle als Brücke zwischen Ost und West spielen.

Meine Faszination für dieses Land nachvollziehbar zu machen, vielleicht ein wenig davon weiterzugeben und Neugier zu wecken, letztlich aber auch, um gleichgesinnte Verliebte zu finden - diesem Zweck soll dieser Blog dienen.